Die Reise von Dr. Qinglin Zheng

ONE Clariant

ONE Clariant. Das wirft natürlich Fragen auf: Wie unterscheidet sich ein Stern von Billionen von anderen Sternen? Wie unterscheidet sich ein Mensch von Milliarden anderer Menschen? Und wie unterscheidet sich ein Mitarbeiter von Tausenden von anderen Mitarbeitern? Möglicherweise gar nicht, aber andererseits natürlich IN JEDER HINSICHT. Jeder Mensch hat eine eigene Geschichte zu erzählen. Das betrifft auch seinen Weg zu den Sternen. Und darüber hinaus.

Nehmen wir einfach einmal versuchsweise unseren Beispiel-Protagonisten. Er ist eigentlich zu bescheiden, um die Bürde zu tragen, die ihm zugunsten des großen Ganzen aufgeladen wurde. Aber egal – hier ist er: Qinglin Zheng, 42 Jahre alt, ein Chemiker, der sich seinen Doktortitel in Deutschland erarbeitet hat. Also – pardon – eigentlich »Dr.« Zheng. Verheiratet und Vater zweier Söhne. Seit sechseinhalb Jahren Mitarbeiter von Clariant, derzeit General Manager der Fabrik in Zhenjiang in der chinesischen Provinz Jiangsu.

Mit Schutzhelm, Schutzbrille, Arbeitsmantel und Sicherheitsschuhen ausgerüstet durchstreift er seine Produktionsstätte und überzeugt sich davon, dass alles den rechten Gang geht. Sein Motto lautet: »Selbst nachzusehen ist besser, als tausendmal davon zu hören.«

Beim Gehen hält er sich an die vorgeschriebenen Sicherheitswege, ist immer ein gutes Vorbild für seine Mitarbeiter. Im Aussengelände schneidet er nicht etwa Kurven, sondern folgt konsequent dem Verlauf der Fusswege. Sogar im Lager folgt er den gelb markierten Transportwegen, verlässt seine Route nur, wenn er etwas entdeckt, das nicht an Ort und Stelle ist.

Hier läuft alles streng nach seinen Regeln. Seine wichtigste Maxime ist die Fünf-S-Checkliste, die aus der japanischen Unternehmenskultur herstammt, inzwischen aber weltweit umgesetzt wird: Seiri, Seiton, Seiso, Seiketsu und Shitsuke (aussortieren, Ordnung schaffen, sauber machen, standardisieren, Selbstdisziplin und ständige Verbesserung). An den Wänden hängen Bilder, die er selbst aufgenommen hat. Sie zeigen, wie ein Arbeitsplatz oder ein Arbeitsbereich aussehen sollte. Diese Fotos – in der Produktion, im Lager, im Labor, den Büros und sogar neben dem grossen Werkzeugschrank in der Werkshalle – ermöglichen den Mitarbeitern auf einen Blick zu vergleichen, wie die Dinge sein sollten und wie sie in der Realität aussehen.

Das garantiert einen hohen Grad an Prozess- und Qualitätssicherung und Effizienz, vermittelt Plicht- und Ordnungssinn und ist extrem effektiv. Und darin liegt auch das Ziel von Qinglin Zheng. Er schult seine Mitarbeiter, weil er sie auf »einen neuen Level bringen möchte, und zwar auf einen weltweiten Standard«, wie er voller Enthusiasmus ausführt.

Chemie ist kein einfaches Geschäft. Das ist es nirgendwo, aber vor allem nicht in China. Denn Menschen stolpern über Maulwurfhügel, nicht über Berge – wie man in China schon seit Konfuzius weiss. Mit der Entwicklung der letzten Jahrzehnte Schritt zu halten, war für jeden Einzelnen eine Herausforderung. Worauf es jetzt ankommt, so glaubt Dr. Zheng, ist ein Mindset zu entwickeln, eine mentale Haltung, mit der die Anforderungen des modernen Geschäftslebens, technologischer Prozesse und der modernen Produktion bewältigt werden können. Die von ihm häufig benutzten Schlüsselwörter heissen Verantwortung des Einzelnen, Sorgfalt, Arbeitsmoral und Engagement, aber auch betriebliche Fürsorge und Wertschätzung der Mitarbeiter ebenso wie nachhaltiges Denken und Handeln.

Sie finden das klingt nach einer Mission? Das war die Absicht. Qinglin Zheng steht voll hinter diesen Prinzipien, sie sind aus seiner eigenen Karriere gewachsen und aus den Lektionen, die auch er auf seinem persönlichen Weg lernen musste. Eines steuert die Art, wie er mit seinen Mitarbeitern und Kollegen, aber auch mit seinen Freunden und der Familie umgeht, ganz besonders: »Die Macht des Vorbilds ist grenzenlos.« Meint er und lächelt. »Es ist ein Zitat von Mao Zedong. Ich erinnere mich noch gut aus meiner Kindheit daran.«

Qinglin Zheng selbst ist ein Kind einer längst vergangenen Ära. Er wurde 1970 während der chinesischen Kulturrevolution geboren. Sein Land erlebte damals gerade ein schwieriges Kapitel seiner Geschichte. »Als junger Mensch hatte ich Bedenken, ob wir wirklich einen Wandel erleben würden.«

Und in der Tat, wenig deutete darauf hin, dass sich die Dinge ändern würden. Vor allem nicht für ihn, der unter einem Dach mit einem Wasserbüffel, zwei Schweinen und mehreren Hühnern lebte.

Als Sohn eines Reisbauern wuchs er in einer einfachen, aus Ton gebauten Behausung auf, ohne fliessendes Wasser, ohne Strom. Seine Tage bestanden aus harter Arbeit auf den Feldern unterhalb der Dragon Mountains. Dort sammelte er in den wilden und undurchdringlichen Wäldern Holz für die Feuerstelle seiner Mutter. Auf dem Herd stand ein einzelner Wok, den sie gewöhnlich mit Speck ausrieb, denn für Öl oder Fett war nie genug Geld da.

Sie waren arme Leute, der einzige Segen, den man hatte, waren die sieben Söhne. Der sechste Sohn ertrank im Fluss. Der jüngste Sohn wurde von seinen Eltern gegen ein Mädchen aus dem Nachbardorf eingetauscht. Das wollte seine Mutter so. Sie hatte keine Tochter, und hatte sich doch immer eine gewünscht. Und er, der Fünftgeborene, wäre in einem sehr strengen Winter einmal fast verhungert. Sein ältester Bruder verfütterte Mäuse an ihn, die er gefangen hatte. Sein Leben hing in der Tat an einem seidenen Faden.

Es ist eine beinahe unglaubliche Story, sogar für ihn, der sich immer noch lebhaft daran erinnert, wie er zuhause bei Kerzenschein einfach alles lernte, weil er nicht wusste, was wichtig sein würde. Ein Junge, der barfuss fünf Kilometer zur Schule lief und der von seinem drittältesten Bruder Briefe erhielt, in denen ihn dieser ermahnt, bloss nicht aufzugeben. Er, der als die Nachricht eintraf, dass ihn die Universität zugelassen habe, die Steine in die Luft warf, mit denen er eben noch eine kleine Mauer hatte bauen wollen, und dabei schrie »Nie wieder!«. Und später der, der zum Studieren nach Europa ging, finanziell unterstützt durch seinen Bruder.

Dort blieb er dann auch für 13 Jahre und sieben Monate. Während dieser Zeit konzentrierte er sich ganz und gar auf seine Bücher, seine Universität, sein Studium, seinen Nebenjob und später auf seine Stelle als stellvertretender Produktionsleiter bei Clariant. Fleissig zu sein, zu lernen, zu arbeiten – das waren seine wichtigsten Prinzipien im Leben. Das war auch am Tag seiner standesamtlichen Trauung nicht anders. Nach der Zeremonie ging er zurück an die Arbeit, in die Spätschicht, und seine frisch angetraute Ehefrau ging wieder in das Restaurant, um Geschirr zu spülen. In der ganzen Zeit, fast eine Ewigkeit lang, sind sie nur zweimal verreist. Einmal haben sie sich Italien ein wenig angesehen, und das andere Mal ging die Reise in ihre Lieblingsstadt Wien – in das wunderschöne Wien an der blauen Donau.

Dann kam das Angebot, in seine Heimat China zurückzugehen. »Bei Clariant brachte man mir grosses Vertrauen entgegen, doch ich zögerte zunächst. In meiner Erinnerung lag China im Vergleich zu Europa weit zurück. Andererseits hatte ich natürlich auch die Fortschritte beobachtet, die das Land machte, aber ich hatte nur eine sehr schemenhafte Vorstellung davon, was dort wirklich vor sich ging.« Ein wirkliches Rätsel. »Auch heute denke ich immer noch, mein Gehirn arbeitet einfach zu langsam, um das alles aufzunehmen«, sagt Qinglin Zheng. Oft fühlt er sich wie auf einer Bühne, wie ein Statist, der nicht weiss, was gleich passieren wird. »Alles hat sich so schnell entwickelt, und immer noch bewegt sich alles so unglaublich schnell weiter. Was für eine unglaubliche, verblüffende Entwicklung.«

Qinglin Zhengs Laufbahn und Chinas Erwachen – beide spiegeln auf ihre Weise den Gedanken eines Aufstiegs aus dem puren Nichts wider. Zwei Zitate des Reformers Deng Xiaoping, die eines Tages an der Mauer seiner Schule in der Provinzstadt Longjing auftauchten, wurden ihm zu einer wichtigen Motivationsquelle. Das erste besagte, »Bildung muss immer in Richtung einer modernen Gesellschaft und der Werte der Zukunft gelenkt werden.« Und das zweite: »Dein Land hast du im Herzen, mach die Augen auf und entdecke den Rest der Welt.« Das ist die stille Revolution. Jetzt, so scheint es, ist alles möglich.

Heute, dreissig Jahre später, kennt China nur noch Superlative. Es ist die zweitgrösste Volkswirtschaft auf der Erde, mit Wachstumsraten, die permanent über 8% liegen. Es ist die weltweit grösste Exportnation, es hat den grössten Binnenmarkt mit 1,3 Milliarden Menschen, gleichzeitig ist es weltweit das Land mit dem grössten Produktionsvolumen und in absehbarer Ferne wird es vielleicht auch der weltweit grösste Automobilhersteller sein.

In weniger als zwölf Jahren hat China seine Automobil-Produktion verzehnfacht und bis 2013 will man zum ersten Mal mehr Autos produzieren als Europa (19,6 Millionen vs. 18,3 Millionen). Es ist auch das Land der Hochgeschwindigkeitszüge, einige davon erreichen Geschwindigkeiten von über 300 Kilometer pro Stunde auf über 7'000 Streckenkilometern. Und eine Raumfahrtnation ist man auch. Mit dem kürzlich eingeweihten Flugzeugträger ist China auch zur See eine Supermacht geworden. Und natürlich ist es auch das Land mit den am schnellsten wachsenden Mega-Städten auf unserem Planeten.

Man schaue sich nur Schanghai mit seinen fast 23 Millionen Einwohnern an. Diese endlose Betonlandschaft. Urbane Architektur, wie durch eine gewaltige Eruption zu Tage befördert. Türme und Wolkenkratzer aus Stahl, Glas und Beton. Über dem allen kann man den Himmel kaum noch erahnen und fragt sich, ob die Sonne überhaupt scheint. Doch unter den Füssen bebt die Erde immer noch. Der Verkehr auf den zehnspurigen Durchfahrtsstrassen, die von pfahlartigen Pfeilern getragen werden, gleicht einem gewaltigen Lavastrom. Glühend rot, erleuchtet von tausenden von Rücklichtern. Hier pulsiert das Leben mit einer enormen Kraft. Alles ist farbenfroh, laut und extrem lebendig. Immer geschäftiges Treiben, immer in hohem Tempo, immer neu. Voller Energie, voll Hunger und Ehrgeiz, und von internationalem Flair.

Von hier aus steuern die weltgrössten Unternehmen ihr Asien-Geschäft – darunter auch Clariant. Der Konzern hat seine Firmenzentrale Grosschina in der Wirtschaftszone Lin Kong in Changning angesiedelt, gleich neben der Zentrale des Automobilzulieferers Bosch in der Linhong Strasse.

»Es gibt in unserem Land und in dieser Stadt ein Geheimnis, was die Zeitrechnung angeht«, so Dr. Zheng. »Monate zählen hier so viel wie anderswo Jahre.« Seit Ende 2012 leben er und seine Familie auch in Schanghai, Chinas Hauptstadt der Finanzwelt (wichtigste Börse), des Handels (grösster Containerhafen der Welt) und der Industrie (Pharma- und chemische Industrie, Automobil-, Computer- und Elektroindustrie).

Vor allem seiner zwei Söhne wegen hat sich Dr. Zheng dazu entschlossen, den Pendleralltag auf sich zu nehmen. Er verbringt fünf Tage die Woche an seinem Arbeitsplatz in Zhenjiang und dann zwei Tage zu Hause bei seiner Frau und seiner Familie. »Ich denke immer an die Kinder«, sagt er. »Wozu Geld verdienen, wenn nicht für sie? Ihre Zukunft hat für uns oberste Priorität.«

Ihr Zuhause ist typisch chinesisch gestaltet, Lernen steht im Mittelpunkt. Da gibt es ein Klavier und Klavierstunden für die Kinder. Dr. Zheng spielt mit seinem ältesten Sohn Schach (eine traditionelle Art der Freizeitgestaltung in China). Die Mutter, die in Deutschland Business Administration studiert hat und die seitdem gerne Akkordeon spielt, kümmert sich nun ausschliesslich um die Familie. Sie organisiert den Familienalltag, beaufsichtigt die Hausaufgaben, regelt den Computerzugang, ermuntert sie dazu, regelmässig Sport zu treiben, und ist der Finanzminister in der Familie.

Hengda (7) und Hengli (11) sollen in jedem Fall die besten Chancen für eine gute Zukunft haben und, wie ihre Mutter Cuiyun Wu unterstreicht, dazu gehört »nicht nur eine gewisse Disziplin, sondern vor allem anderen die bestmögliche Ausbildung«. Noch etwas, wofür Schanghai bekannt ist: die Klassen sind klein, die Lehrer exzellent und die Universitäten gehören zu den renommiertesten des ganzen Landes.

Zhenjiang ist ganz anders. Nach chinesischem Massstab ist es mit seinen drei Millionen Einwohnern klein, dabei aber nicht weniger dynamisch. Es ist ein schnellwachsender, florierender Herstellungsstandort mit einem hochmodernen Chemieindustriepark. Auf nicht weniger als 20 Quadratkilometern stehen hier die Produktionsanlagen von einigen der grössten internationalen Unternehmen. Clariant ist eines von ihnen.

Die »Mehrzweckanlage« wurde 2009 in Betrieb genommen. Mehr als 100 Produkte für Industrial & Consumer Specialties, Oil & Mining Services und Textile Chemicals werden hier produziert. Bis zum breiten Flusslauf des Yangtse (Chiang Jiang) sind es von hier aus nicht einmal 200 Meter. Dort wird zurzeit ein neuer Containerhafen gebaut. Seine gewaltigen Ladebrücken begrüssen Dr. Zheng schon von weitem, wenn er am Morgen auf dem Weg ins Büro ist. Der Erste zu sein, der zur Arbeit kommt, ist für ihn eine Selbstverständlichkeit. Er führt aus: »Wenn es irgendwo ein Problem gibt, ist das in erster Linie mein Problem, ich bin schliesslich der Manager.«

Er managt die Anlage in einem kooperativen, aber doch verbindlichen Stil. »Konsens ist wichtig. Ich versuche ihn immer im Dialog mit meinen Mitarbeitern zu erreichen. Wie wir in China sagen: drei Einzelne zusammen ergeben ein Genie. Wenn es dann immer noch Differenzen gibt, treffe ich die Entscheidung.«

Das mag einfach klingen, erfordert jedoch ein hohes Mass an persönlichem Engagement von ihm. Das zeigt er nicht nur bei den wöchentlichen Tischtennis- und Basketballspielen mit seinen Mitarbeitern, sondern auch generell. Und es erfordert ein hohes Mass an Toleranz und wirkliches Interesse. Zusammengenommen schaffen all diese Aspekte eine exzellente Arbeitsatmosphäre. Natürlich muss diese Haltung im Alltag glaubhaft verankert werden, aber genau das ist sein Ziel. »In meiner Zeit in Europa habe ich gelernt, mit den Menschen gut zurechtzukommen«, sagt Qinglin Zheng. »Dinge wie Loyalität und Wertschätzung sind von enormer Bedeutung. Sie sind Teil unserer Unternehmenskultur hier bei Clariant und für meine Leute hebt sich Clariant dadurch auch ganz klar von seinen Wettbewerbern ab.« Das erklärt auch, warum er unter den lokalen Regierungsvertretern der Zhenjiang New Area als Diskussionspartner sehr gefragt ist. Seine Auslandserfahrung und sein moderner Management-Stil sind dort sehr willkommen. Auch der Familientag im Unternehmen passt gut in dieses Bild. Es ist Sonntag und die Flaggen am Eintrittstor flattern in der Luft, um die 43 Angestellten, ihre Ehepartner, Eltern und Kinder willkommen zu heissen. Er findet zum ersten Mal statt und soll, wie uns Dr. Zheng erklärt, eine Tradition werden, eine Initiative, die ab jetzt am Leben erhalten werden soll. Der Event wird Identität stiften, die Menschen im Detail zu den Arbeitsbedingungen, zu Umwelt- und Sicherheitsbedingungen informieren und so zu einem besseren Verständnis der chemischen Industrie beitragen. Und er soll auch dazu da sein, »die Kooperation und das Verständnis von Seiten der Familienmitglieder zu honorieren, die diese aufbringen, wenn beispielsweise Überstunden gemacht werden müssen«.

Seine eigene Familie ist natürlich auch da, keine Frage. Sie sind am Vorabend gemeinsam aus Schanghai mit 300 Sachen mit dem Hochgeschwindigkeitszug CRH380A angereist. Die stromlinienförmige Antriebseinheit des Zuges gleicht eher einer Rakete als einem Schienenfahrzeug und legt die 260-Kilometer-Distanz in nur einer Stunde und 18 Minuten zurück. Jetzt sind alle Augen auf Dr. Zheng gerichtet, er hält seine Rede. Eine Rede, die mehr sein soll, als bloss eine höfliche Begrüssungsgeste. Eine Rede, die, wie er es formuliert, »seinen Mitarbeitern neues Wissen vermitteln soll«. Das ist sein Ziel.

»Alles hat seine Geschichte.« So seine Eröffnungsworte, bevor er in seine Rede eintaucht, in der er viele verschiedene Themen anschneidet. Er berichtet den Männern und Frauen und Kindern von der Entwicklung der chemischen Industrie in Europa und von der Wertschöpfung und dem Wachstum bei Clariant. Er erklärt ihnen auch die Unternehmensphilosophie, die Werte und die Ziele, die sich das Unternehmen gesetzt hat. Und er endet mit den Worten: »Verglichen mit den 1,35 Milliarden Menschen in unserem Land bilden wir bei Clariant mit unseren 21'000 Mitarbeitern nur ein kleines Universum. Aber was ich für ganz wesentlich halte: Jeder von uns ist sehr wichtig für das Ganze, ganz besonders was unsere Gewissenhaftigkeit, unseren Einsatz, unsere Energie und unseren Tatkraft angeht. Ich sage immer, ich bin stolz ein Teil von Clariant zu sein und zugleich ein Teil der wirtschaftlichen und technologischen Entwicklung hier in China. Und ich hoffe, Ihnen geht es genauso.«

Weiter geht's. Wir reisen mit Qinglin Zheng in die Provinz Fujian, wo wir den kleinen Weiler Gaokeng am Fuss der Dragon Mountains besuchen und uns die Gegend ansehen, in der er einst zuhause war. Sogar hier hat sich viel verändert, doch manches erinnert immer noch an die vergangenen Zeiten. Wir sind davon genauso gerührt wie unser Begleiter. Da sind Nachbarn von früher, die immer noch ein typisches bäuerliches Leben führen. Schulkameraden, die Tag ein Tag aus auf den Reisfeldern arbeiten. Ein Lehrer begrüsst ihn, und er umarmt den inzwischen betagten Mann. Ein Mann, der einst, als er noch Schuljunge war, vor ihm stand und sagte: »Du musst nur hart daran arbeiten, dann wirst du dir eines Tages auch ein richtiges Paar Schuhe leisten können.«

Wir besuchen das Grab seines Vaters. Er starb mit nur 65 Jahren. »Ich kam zwei Stunden zu spät, weil ich damals in Beijing lebte und die Zugfahrt 48 Stunden dauerte. Er nahm Opium, damit er noch aushalten würde, um mich noch zu sehen, aber ich habe es nicht mehr rechtzeitig geschafft.«

Seine Mutter lebt dagegen noch. Sie ist gerade 80 geworden und lebt, wie es in China Tradition ist, bei ihrem erstgeborenen Sohn. »Qinglin Zheng nennt ihn ältester Bruder, er hat grossen Respekt vor ihm. Er hat es zu einigem Wohlstand gebracht und besitzt – wie der nächstjüngere Sohn – drei Bekleidungsgeschäfte in der Provinzstadt Longjing.

Bei einem arrangierten Familientreffen versammeln sich alle in einem Restaurant um einen grossen Tisch. Bruder Nummer vier reist eigens dafür an. Er ist Parteimitglied und Bürgermeister einer Stadt mit etwa 300'000 Einwohnern. Ein deutscher Lastwagenhersteller will dort im grossen Stil in ein Joint-Venture mit einem chinesischen Unternehmen investieren. Auch Qinglin Zhengs Schwester ist da, die, die man damals gegen den siebten Sohn getauscht hatte. Sie ist attraktiv und immer noch recht jung. »Der Einzige, der fehlt, ist unser drittältester Bruder«, sagt Qinglin. »Ich nenne ihn unseren Überflieger. Er hat sein Glück als Top-Executive-Manager gemacht und reist während wir hier gerade sprechen irgendwo auf dem Planeten herum.«

Sie sitzen um den Tisch herum, die Mutter in der Mitte. Dann stehen sie auf und toasten sich mit den Worten des chinesischen Philosophen Laozi zu, die wie ein Familienmotto und ein Unternehmensleitspruch in einem klingen: »Nur der, der weiss, wohin die Reise geht, wird den Weg finden.« Zum Horizont. Und darüber hinaus.

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