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Clariant schliesst Untersuchung ab; vorläufige EBITDA-Marge 2020 aus fortgeführten Aktivitäten beträgt 15,5 %, 50 Basispunkte über dem ursprünglichen Ergebnis, und 16,2 % im Jahr 2021

AD-HOC-MITTEILUNG GEMÄSS ART. 53 KR

  • Anpassung des Jahresabschlusses 2020 erforderlich; diese ergab eine EBITDA-Marge aus fortgeführten Aktivitäten von 15,5 % (vorläufig, ungeprüft) im Vergleich zur zuvor ausgewiesenen Marge von 15,0 %
  • Die EBITDA-Marge 2021 aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 16,2 % (vorläufig, ungeprüft) entspricht der bisherigen Guidance 
  • Keine Auswirkung auf zuvor ausgewiesene Umsatzerlöse und liquide Mittel für die Jahre 2020 und 2021 
  • Clariant legt die geprüften Ergebnisse für das Gesamtjahr 2021 und die angepassten Ergebnisse für 2020 bis spätestens 30. Mai 2022 vor
  • SIX Exchange Regulation (SER) hat Clariant eine Fristverlängerung für die Veröffentlichung des Integrierten Berichts 2021, einschliesslich der angepassten Zahlen für 2020, bis spätestens 15. Juni 2022 gewährt
  • Die Generalversammlung ist für spätestens 30. Juni 2022 anberaumt
  • Die Ergebnisse für Q1 2022 werden bis spätestens 30. Juni 2022 veröffentlicht
  • Clariant erwartet ein überzeugendes Umsatzwachstum für das 1. Quartal 2022 dank einer starken globalen Nachfrage basierend auf Volumenzuwächsen und Preismassnahmen, und trotz der aktuellen makroökonomischen Unsicherheiten 
  • Stephan Lynen hat beschlossen, zum 1. Juli 2022 als CFO zurückzutreten; Bill Collins wird zum neuen Finanzchef bestellt

MUTTENZ, 27. APRIL 2022 – Clariant, ein fokussiertes, nachhaltiges und innovatives Spezialchemieunternehmen, gab heute bekannt, dass die von unabhängigen Beratern und externen Anwälten (Deloitte und Gibson, Dunn & Crutcher) durchgeführte Untersuchung von Bilanzierungsfragen im Zusammenhang mit Rückstellungen und Abgrenzungen (wie von Clariant am 14. Februar 2022 bekannt gegeben) abgeschlossen ist. Nach Prüfung der Untersuchungsergebnisse hat der Verwaltungsrat festgestellt, dass eine Anpassung des Jahresabschlusses 2020 und Korrekturen bei den Finanzeckdaten in der Quartalsberichterstattung für 2020 und 2021 erforderlich sind.

«Wir wissen es zu schätzen, dass unsere Mitarbeitenden uns auf diese Angelegenheit aufmerksam gemacht haben. Ich bin froh, dass die Untersuchung nun abgeschlossen ist und wir dieses Thema hinter uns lassen können. Bei Clariant hat die Förderung einer Unternehmenskultur, die auf die Einhaltung höchster ethischer Standards achtet, weiterhin oberste Priorität. Nach einer gründlichen Untersuchung haben wir die Ergebnisse genau geprüft und sind entschlossen, unsere Kontrollen und Prozesse weiter zu stärken», sagte Conrad Keijzer, Chief Executive Officer von Clariant.

Die aufgrund der Anpassung des Jahresabschlusses für 2020 festgestellten Abweichungen von den früher ausgewiesenen Zahlen sind auf zu hohe oder zu niedrige Rückstellungen oder Abgrenzungen zurückzuführen. Die vorläufigen korrigierten Zahlen für 2020 ergeben ein EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 597 Millionen CHF, gegenüber den zuvor ausgewiesenen 578 Millionen CHF, und dementsprechend eine EBITDA-Marge von 15,5 % (zuvor: 15,0 %). Die vorläufigen Zahlen für 2020 und 2021 erfolgen vorbehaltlich der Verarbeitung der Korrekturbuchungen in den Buchhaltungssystemen von Clariant und des Abschlusses der externen Revision, so dass es zu geringfügigen Abweichungen kommen kann. 

Ausgehend von den vorläufigen, ungeprüften Zahlen erwartet Clariant derzeit für das Gesamtjahr 2021 ein EBITDA aus fortgeführten Aktivitäten in Höhe von 708 Millionen CHF und eine entsprechende EBITDA-Marge von 16,2 %. Dies entspricht der am 14. Februar 2022 bestätigten Guidance. 

Die Ergebnisse der Untersuchung haben keine Auswirkungen auf die in den Jahren 2020 und 2021 ausgewiesenen Zahlen zu Umsatz und liquiden Mitteln. 

Infolge der Untersuchungsergebnisse hat Clariant damit begonnen, die erforderlicher Massnahmen umzusetzen. Dazu zählen Sofortmassnahmen zur Verbesserung der internen Kontrollen der Finanzberichterstattung (ICOFR), Buchungsverfahren, Trainings sowie individuelle Suspendierungen. Weitere Massnahmen sind vorgesehen und werden derzeit noch ausgearbeitet.

Die vorläufige Beurteilung dazu, wie sich die Untersuchungsergebnisse auf die Quartalszahlen für die Geschäftsjahre 2020 und 2021 auswirken (vorbehaltlich der Aufarbeitung und abschliessenden Prüfung) ist in Anhang I enthalten.

Am 26. April 2022 gewährte die SIX Exchange Regulation (SER) Clariant eine beantragte Fristverlängerung für die Veröffentlichung der Finanzergebnisse für das Gesamtjahr 2021 und des Integrierten Berichts 2021 bis 15. Juni 2022. Durch die Verlängerung kann Clariant alle erforderlichen Anpassungsbuchungen für das Jahr 2020 in seiner Buchhaltung vornehmen, die Quartals- und Halbjahreszahlen für das Jahr 2020 korrigieren sowie die Ergebnisse für das Gesamtjahr 2021 fertigstellen und prüfen, einschliesslich der Korrektur der Quartals- und Halbjahreszahlen für 2021. 

Wie von der SER gefordert, druckt Clariant hiermit Absatz I aus der entsprechenden SER-Entscheidung ab:

I. Die Ausnahme von Aufrechterhaltungspflichten und damit der Aufschub der Publikation des Geschäftsberichts 2021 sowie die Einreichung dieses Berichts bei SIX Exchange Regulation AG bis spätestens Mittwoch, 15. Juni 2022 wird unter folgendem Vorbehalt 
(lit. a) und unter folgenden Bedingungen (lit. b) genehmigt:

    a. SIX Exchange Regulation AG behält sich vor, allenfalls den Handel mit Effekten von Clariant vorübergehend einzustellen, wenn diese ihren Geschäftsbericht 2021 nicht bis spätestens Mittwoch, 15. Juni 2022, 23.59 Uhr nach den Vorschriften zur Ad hoc-Publizität (Art. 53 Kotierungsreglement i.V.m. Richtlinie betr. Ad hoc-Publizität) veröffentlicht und bei SIX Exchange Regulation AG einreicht.

    b. Die Clariant hat betreffend den vorliegenden Entscheid bis spätestens Mittwoch, 27. April 2022, 7.30 Uhr, eine Medienmitteilung gemäss den Vorschriften zur Ad hoc-Publizität (Art. 53 Kotierungsreglement i.V.m. Richtlinie betr. Ad hoc-Publizität) zu veröffentlichen. Diese Medienmitteilung hat:

  • den vollständigen Wortlaut von Ziff. I des vorliegenden Entscheides an prominenter Stelle zu enthalten;
  • die Gründe für die Verschiebung der Publikation und Einreichung des Geschäftsberichts 2021 zu erwähnen;
  • die ungeprüften Schlüsselkennzahlen (Key Figures) wie Nettoumsatz, EBITDA, EBIT, Reingewinn/-verlust, Bilanzsumme, Eigenkapital etc. in Bezug auf das Geschäftsergebnis 2021 zu nennen.

PwC hat darauf hingewiesen, dass in seinem Bestätigungsvermerk für den Konzernabschluss 2021 auf der Grundlage seiner Prüfungsverfahren eine Einschränkung hinsichtlich des Bestehens eines internen Kontrollsystems zu Rückstellungen und Abgrenzungen erfolgen werde.

Clariant geht davon aus, die geprüften Ergebnisse für das Gesamtjahr 2021 einschliesslich eines angepassten Gesamtjahresergebnisses für 2020 bis spätestens 30. Mai 2022 zu veröffentlichen. Die ordentliche Generalversammlung 2022 ist für spätestens 30. Juni 2022 angesetzt. 

Um die Ergebnisse der Untersuchung so sorgfältig und zügig wie möglich aufzuarbeiten, hat Clariant beschlossen, den Quartalsbericht für das erste Quartal 2022 zu verschieben. Dieser soll bis spätestens 30. Juni 2022 veröffentlicht werden. 

Mit Abschluss der Untersuchung wird Stephan Lynen, Chief Financial Officer von Clariant, aus eigenem Entschluss zum 1. Juli 2022 aus dem Unternehmen ausscheiden, um einen Neustart zu ermöglichen. 

«Heute haben wir den Abschluss der Untersuchung, starke vorläufige Ergebnisse für 2021 sowie den Zeitplan für die Finanzberichterstattung bekannt gegeben. Wir sind Stephan dankbar für seine Beiträge in verschiedenen Führungspositionen, die den Abschluss dieser Untersuchung und die Gewährleistung eines reibungslosen Übergangs ermöglicht haben», sagte Peter Steiner, Vorsitzender des Audit Committee.

«Ich habe den persönlichen Entschluss gefasst, mich zurückzuziehen und eine neue Herausforderung zu suchen. Ich verlasse mit Clariant ein starkes Unternehmen und wünsche meinen Kolleginnen und Kollegen, meinem Nachfolger sowie den Aktionären und Stakeholdern für die Zukunft viel Erfolg», sagte Stephan Lynen.

Sein Nachfolger Bill Collins wechselt am 1. Juli 2022 von ENGIE zu Clariant. Zuletzt war er bei ENGIE als Chief Executive Officer für Nordamerika und als Chief Financial Officer tätig. Er bringt langjährige Erfahrung ein, mit beeindruckenden Erfolgen in der Erzielung von Performancesteigerungen und umfassenden Transformationsmassnahmen in komplexen globalen Unternehmen, unter anderem bei AkzoNobel, Eaton Corporation und Schneider Electric. Er kam 2018 zu ENGIE, wo er zunächst als Group Deputy CFO in Paris tätig war. 

«Ich freue mich sehr, dass Bill zu Clariant kommt. Er ist eine hoch angesehene Führungskraft im Finanzbereich, und seine Expertise wird sich für die Leitung unserer Finanzorganisation und für unsere leistungsorientierte Kultur als ungemein wertvoll erweisen. Als Amerikaner, der in den USA, Frankreich, Japan, den Niederlanden und der Schweiz gelebt und gearbeitet hat, erweitert Bill die Vielfalt im Führungsteam von Clariant. Ich möchte auch Stephan für seinen Einsatz und die Zusammenarbeit danken», sagte Conrad Keijzer. 

Trotz der aktuellen makroökonomischen Unsicherheiten ist Clariant erfolgreich in das Jahr 2022 gestartet und rechnet vor dem Hintergrund einer starken globalen Nachfrage mit einem guten Umsatzwachstum für das erste Quartal 2022. Dazu tragen vor allem Volumenzuwächse und Preisgestaltungsmassnahmen bei. Diese Entwicklungen werden nach Einschätzung des Unternehmens die steigenden variablen Kosten und die Unsicherheiten in der Lieferkette weitgehend ausgleichen und die Profitabilität des Unternehmens positiv beeinflussen. Angesichts der anhaltenden makroökonomischen Unsicherheiten kann Clariant zum jetzigen Zeitpunkt keine Aussagen zu den Aussichten für das Jahr 2022 machen, hält aber an den mittelfristigen Finanzzielen fest.

Für weitere Details laden Sie bitte die PDF-Version der Pressemitteilung herunter.